Ratgeber

Checkliste Unterrichtsbesuch: vom Termin bis zur Nachbesprechung

Ein Zeitplan ab zwei Wochen vorher, eine Abgabe-Checkliste für den Entwurf und Fragen für die Reflexion. Zum Abhaken im Browser oder zum Ausdrucken.

6 Min. LesezeitStand: 29.10.20264 Quellen

Ein Unterrichtsbesuch ist eine Stunde, aber die Arbeit dafür beginnt Wochen vorher. Die meisten Probleme in der Nachbesprechung entstehen nicht in den 45 Minuten, sondern in der Planung: ein Entwurf, der zu spät fertig wurde, ein Material, das nicht getestet war, eine Zeitplanung, die nur auf dem Papier aufging. Diese Checkliste ordnet die Vorbereitung nach Zeit, damit du nicht am Vorabend merkst, dass ein Arbeitsblatt fehlt oder die Zeitplanung nicht aufgeht. Sie ist für Unterrichtsbesuche im Ausbildungsunterricht gedacht und passt mit kleinen Ergänzungen auch für Prüfungslehrproben. Die Häkchen werden nur in deinem Browser gesetzt und nicht gespeichert.

Anpassen

Abgabefristen und Pflichtteile legt dein Seminar fest. Ergänze die Liste um das, was in deiner Handreichung steht, und streiche, was bei dir nicht verlangt wird.

14 bis 10 Tage vorher: Rahmen klären

10 bis 5 Tage vorher: planen und schreiben

Abgabe-Check für den Entwurf

Bevor du den Entwurf abschickst, einmal mit diesem Raster durch. Die Punkte entsprechen dem, was Handreichungen typischerweise verlangen. Das Darmstädter Deckblatt etwa nennt Schule mit Anschrift, Schulleitung, Mentorin oder Mentor, Fach, Klasse, Anzahl der Schülerinnen und Schüler, Datum, Uhrzeit, Raum, Thema der Einheit und der Stunde sowie die Zielsetzung der Stunde.

Die formalen Punkte (Zeitsumme, Phasenfolge, Kapitel, Seitenzahl) prüft der kostenlose Kurzcheck automatisch an deiner Word- oder PDF-Datei.

Am Vortag: Raum und Material

Am Tag: kurz vor und in der Stunde

Die häufigsten Pannen und wie du sie verhinderst

Die meisten Probleme in Unterrichtsbesuchen sind keine didaktischen Fehler, sondern vermeidbare Pannen. Sie kosten Minuten, Nerven und die Aufmerksamkeit der Besuchenden.

PanneVorbeugen
Arbeitsauftrag wird nicht verstanden, die Erarbeitung startet zäh.Auftrag schriftlich und mündlich, mit Operator und Zeitangabe. Vorher von einer Kollegin oder einem Kollegen lesen lassen. Eine Schülerin oder einen Schüler den Auftrag wiederholen lassen.
Erarbeitung dauert länger als geplant, die Sicherung fällt weg.Zeitmarke festlegen, an der du die Arbeitsphase spätestens beendest. Kürzungsoption vorher entscheiden, nicht in der Stunde.
Technik streikt.Vortags im selben Raum testen, analoger Plan B, Material zusätzlich ausgedruckt.
Gruppenbildung frisst fünf Minuten.Gruppen vorher festlegen, Sitzplan an die Tafel, Tische vor der Stunde stellen, wenn möglich.
Die Sicherung wird zum Vorlesen aller Ergebnisse.Vorher entscheiden, welche Ergebnisse vorgestellt werden und warum (zum Beispiel zwei unterschiedliche Lösungswege). Erwartetes Tafelbild im Anhang.
Schnelle Gruppen haben nichts zu tun.Zusatzaufgabe, die zum Ziel passt, sichtbar bereitlegen.

Mentorin oder Mentor einbinden

Deine Mentorin oder dein Mentor kennt die Klasse oft länger als du und sieht Probleme, die im Entwurf nicht auffallen. Nutze das gezielt, aber mit konkreten Fragen statt mit dem ganzen Entwurf am Vorabend:

  • Eine Woche vorher: Passt die Idee zur Gruppe, gibt es Schülerinnen oder Schüler, auf die du besonders achten solltest?
  • Drei bis fünf Tage vorher: Ist der Arbeitsauftrag verständlich, ist die Zeit realistisch?
  • Wenn möglich: eine ähnliche Stunde vorher in der Klasse ausprobieren, zum Beispiel eine Methode, die die Gruppe noch nicht kennt.

Halte fest, welche Hinweise du übernommen hast. Wenn in der Nachbesprechung etwas angesprochen wird, das ihr vorher besprochen habt, kannst du deine Entscheidung begründen.

Wenn die Stunde kippt

Auch gut geplante Stunden laufen anders als gedacht. Die Klasse kommt aufgeregt aus der Pause, der Einstieg zündet nicht, eine Gruppe arbeitet nicht. Für die Bewertung ist weniger entscheidend, dass das passiert, als wie du reagierst. Ein paar Grundsätze:

  • Ziel vor Plan. Wenn der Plan nicht mehr trägt, frag dich: Was brauchen die Schülerinnen und Schüler jetzt, um das Stundenziel noch zu erreichen? Eine verkürzte Erarbeitung mit gesicherter Ergebnisphase ist besser als eine vollständige Erarbeitung ohne Abschluss.
  • Abweichungen bewusst entscheiden. Wenn du vom Entwurf abweichst, tu es bewusst und merk dir den Grund. In der Nachbesprechung ist eine begründete Abweichung oft ein Pluspunkt.
  • Störungen nicht überspielen. Ein ruhiger, klarer Umgang mit Unruhe gehört zum Unterrichten. Die Besuchenden sehen ohnehin, was passiert.
  • Kein Nachholen im Eiltempo. Inhalte, die nicht mehr passen, gehören in die nächste Stunde. Benenne das am Ende kurz für die Klasse.

Wenn du merkst, dass dich solche Situationen stark belasten, sprich mit deiner Mentorin, deinem Mentor oder der Seminarleitung. Manche Seminare bieten ausdrücklich bewertungsfreie Beratung an. Frag nach, was es bei dir gibt.

Nachbesprechung: so reflektierst du

In der Nachbesprechung beginnt meist die oder der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst mit einer Reflexion. Bewertet wird nicht, ob alles geklappt hat, sondern ob du erkennst, was passiert ist und warum. Eine Struktur, die sich bewährt:

  1. Ziel erreicht? Woran hast du es gesehen? Nenne konkrete Beobachtungen, keine Gefühle.
  2. Abweichungen vom Plan: Wo, warum, und war die Entscheidung in der Situation richtig?
  3. Stärkste Phase: Was hat funktioniert, und welche Planungsentscheidung war dafür verantwortlich?
  4. Schwächste Phase: Was würdest du ändern? Formuliere eine konkrete Alternative.
  5. Nächste Stunde: Was folgt daraus für die Weiterarbeit mit der Gruppe?
Tipp

Bring deinen Entwurf mit Notizen in die Nachbesprechung. Wenn du Abweichungen selbst ansprichst und begründest, bevor jemand danach fragt, zeigst du genau die Kompetenz, die die KMK-Standards für die praktische Ausbildung beschreiben: die Qualität des eigenen Lehrens überprüfen und die Passung zu den Lernvoraussetzungen reflektieren.

Danach

Zum Ausdrucken: Nutze die Druckfunktion deines Browsers. Kopf, Fuß und Navigation werden beim Drucken ausgeblendet.

Entwurf fertig? Lass ihn prüfen, bevor die Fachleitung es tut.

Der Kurzcheck ist kostenlos und sofort da: Zeitsumme, Phasen, Gliederung, Seitenzahl. Die vollständige Prüfung kostet 4,99 € pro Entwurf, ohne Abo.

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